Löwenzahn

Auf der diesjährigen Biogartenmesse auf Schloss Türnich hatte ich Gelegenheit, die Grundprinzipien gelingender Frühjahrsentgiftung in einem Vortrag mitten im wunderschönen Heilpflanzengarten vorzustellen. Hier eine kleine Zusammenfassung für alle, die nicht dabei sein konnten.

Entgiftung – warum eigentlich?

Mit dem Frühjahr erwacht in uns das Bedürfnis nach Bewegung, frischer Luft und Sonne – und nach einem Hausputz im Haus und wenn möglich auch im Körper. Ein vermutlich Jahrtausende alter Impuls – zumindest wissen wir aus den Schriften aller alten Kulturen, dass Menschen schon immer dieses Bedürfnis hatten. Wenn wir es heute auch in uns spüren, bedeutet das einerseits – wir sind (noch) gesund genug, um die Impulse unseres Körpers wahr- und ernst zu nehmen. Andererseits ist es auch ein Hinweis darauf, dass wir in unserer Zeit und Kultur Entgiftung um ein vielfaches nötiger haben als je zuvor in der Menschheitsgeschichte. Denn durch die kulturelle Entwicklung der letzten 150 Jahre muss sich unser Körper mit eine Fülle und mit Arten von Giften auseinander setzen, die unsere Vor-Vor-Vorfahren gar nicht kannten. Atemgifte aus Industrie und Verkehr, Nahrungsmittelzusatzstoffe in Hülle und Fülle, Plastik und Aluminium aus den Verpackungen unserer Lebensmittel, Pestizide aus der Landwirtschaft, Hormone und andere Arzneimittel in unserem Trinkwasser, Substanzen aus Zahnfüllungen und „Chemie“ in Waschmitteln und Kleidern. Ein wahres Gruselkabinett, was da zusammen kommt. Hinzu kommen noch die „selbstgemachten“ Stoffwechselgifte durch Bewegungsmangel oder durch Bildung von Gärungs- und Fäulnisstoffen im Darm bei unguter Ernährung. Auch allzu häufiger Stress oder Ärger belastet auf Dauer ganz physisch unsere Systeme. GRÜNDE GENUG also, sich einerseits um die Vermeidung von Giften zu kümmern (und da geht was, wenn man es wirklich ernst meint). Vor allem aber ist es ein Gebot der Stunde, sich mehr als je zuvor aktiv um Ausleitung zu bemühen.

Entgiftung – ist es schon dringend, oder noch nicht?

Woran erkennen wir, dass wir Entgiftungsbedarf haben? Nun, das geht einfacher, als Sie vielleicht dachten. Je stärker unsere Giftbelastung im Laufe der Jahre anwächst, desto deutlicher wird das klinische Bild einer subtilen „Vergiftung“. Das klinische Bild ist das, was jeder mit den eigenen Sinnen an sich (oder am anderen) wahrnehmen kann. Ein gesunder Mensch mit gutem und nicht überstrapaziertem Ausleitungssystem hat einen klaren, strahlenden Blick und weiße, helle Skleren (das Weiße in den Augen). Die Lippen sind rosig und geschmeidig. Alle Bewegungen fühlen sich elastisch an und sehen auch so aus. Auf der mentalen Ebene hat ein gesunder und nicht toxisch überbelasteter Mensch einen klaren Geist, begegnet i.d. R. dem Leben mit Lebensfreude und Tatendrang und geht mit sich selbst und anderen bewusst und achtsam um. 
Je stärker die toxische Belastung im Laufe der Jahre wird (weil nichts ins Sachen Entgiftung unternommen wurde), desto mehr zahlt zunächst der Körper und dann der Geist seinen Preis dafür. 
Wir sehen dann einen trüberen Blick aus müden und grau wirkenden Augen. Die Haut wird vor der Zeit unelastisch und faltig. Die Lippen zeigen sich oft blass, bläulich oder rissig. In der Bewegung zeigen sich die Verdichtungsprozesse des Bindegewebes mit nachlassender Geschmeidigkeit und zunehmenden lokalen Gelenkbeschwerden. Das Gefäss-System reagiert mit Verfestigung, was u.U. den Blutdruckanstieg erforderlich macht. Klar, dass es einem Menschen in einem so „sauren“ Milieu auch mental nicht besonders gut geht. Von Trübsinn bis zu Dauergereiztheit oder Dauererschöpfung ist je nach individueller Anlage alles möglich. Doch das muss nicht so bleiben, denn in einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist. Und für den Körper kann man was tun

Und wie nun?

Ausleitung und Entgiftung zu aktivieren, dafür gibt es viele Wege – und fast alle führen „nach Rom“. Ein einfaches Heublumensäckchen, mehrmals wöchentlich erwärmt auf die Leberregion gelegt, wirkt schon Wunder. In der Ernährung können wir darauf achten, nicht mehr Gift als unbedingt nötig hinzuzufügen – z.B. indem wir auf verlässliche und regionale biologische Quellen für unsere Grundnahrungsmittel umstellen. Ausleitungs-Teekuren, z.B. mit Brennessel und Löwenzahn, bewirken erstaunlich viel. Wir sollten auf die Zufuhr von Bitterstoffen achten, um unser Darmimmunsystem zu stärken und die gesättigten pflanzlichen Fette nicht vernachlässigen, z.B. Kokosöl, Oliven oder Avocado. Denn auch diese braucht der Körper notwendig, um auszuleiten. In der Küche können wir die saisonalen Wildpflanzen berücksichtigen, z.B. Bärlauch, Brennessel, Knoblauchrauke, Giersch und natürlich nochmal Löwenzahn. 
Und abschließend erhalten Sie hier noch meine bewährteste Entgiftungskur mit pflanzlichen Urtinkturen:

“für Gesunde“

morgens: Allium ursinum Urtinktur (Bärlauch)
mittags: Equisetum Urtinktur (Schachtelhalm)
abends: Solidago virgaurea Urtinktur (Goldrute)
zur Nacht: Taraxacum Urtinktur (Löwenzahn)

Jede dieser vier Urtinkturen wird je einmal täglich eingenommen. Und zwar jeweils ca. 15 Minuten vor dem Essen bzw. abends vor dem Einschlafen. Als Dosierung für die Einmalgabe empfehlen sich jeweils 7-9 Tropfen, in etwas Wasser verdünnt und schluckweise getrunken. Achten Sie auf ein hochwertiges Urtinkturen-Präparat, bei dem diese Dosierung stimmt. Ihre Apotheke kann Sie diesbezüglich beraten. Diese Kur eignet sich vor allem für alle, die „im Prinzip“ gesund sind und frühzeitig ihren Entgiftungsbedarf anerkennen, um Vorbeugung zu leisten. Sie erhöht die Grundvitalität und bringt die Organsysteme in Topform. Das spüren Sie – schon nach wenigen Tagen. Bei bestehenden Vorerkrankungen, z.B. aus dem rheumatischen Bereich, oder bei bereits bestehenden Erschöpfungszuständen sind Variationen dieser Grundkur nötig und sinnvoll. Diese sollten individuell besprochen werden.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Entgiftung wirkt – auch bei Ihnen. Spürbar. Und fragen Sie ruhig – am besten gleich. Ich bin gerne für Sie da.

Anbei noch der Hinweis auf den nächsten offenen Abend im Ess Kultur Pur Seminar:

05.06. – 17.30 Uhr Essbare Wildpflanzen im Park von Schloss Türnich

Anmeldung für die offenen Abende erfolgt über anmeldung@annelohmann.com.

Dieses Grüne Licht Nr. 2 finden Sie hier zum Lesen, Ausdrucken und Weitergeben auch noch als schön gestaltete einseitige PDF.

Auf bald, mit herzlichen Grüßen,

Anne Lohmann

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